Als Elternteil wird man leicht ungeduldig mit den Fortschritten des eigenen Kindes und glaubt, dass mehr Training und mehr Rennen zu einer schnelleren Entwicklung führen. Doch wie unser Cheftrainer oft
Als Elternteil wird man leicht ungeduldig mit den Fortschritten des eigenen Kindes und glaubt, dass mehr Training und mehr Rennen zu einer schnelleren Entwicklung führen. Doch wie unser Cheftrainer uns oft erinnert: „Gib deinem Kind Zeit – Fortschritt ist kein Sprint.“ Entwicklung im Radsport folgt, wie im Leben, ihrem eigenen Rhythmus. Wenn man sie überstürzt, kann das zu Frustration und Burnout führen – sowohl beim Kind als auch bei den Eltern. Es ist außerdem viel einfacher zu erkennen, wenn andere Eltern zu viel Druck machen und jede Ausfahrt oder jedes Rennen behandeln, als ginge es um Leben und Tod, als diese Tendenz bei uns selbst wahrzunehmen. Ich ertappe mich immer noch dabei, gegen diese Instinkte anzukämpfen, und ich bin froh, dass meine Frau mir sanft den Spiegel vorhält, wenn ich die Perspektive verliere. Pausen sind ebenfalls nicht der Feind. Ob es eine 1- oder 2-wöchige Erholung ist oder sogar ein Monat Auszeit – solche Pausen schaden dem Fortschritt nur selten. Im Gegenteil: Oft führen sie zu neuer Energie. Wir haben das in unserem Verein selbst erlebt: Eine unserer U15-Fahrerinnen bzw. einer unserer U15-Fahrer verletzte sich früh in der Saison und verpasste zwei bis drei Monate Training. Doch nach ein paar Wochen, in denen die Fitness wieder aufgebaut wurde, kam das Kind stärker zurück als je zuvor. Manchmal ist ein Neustart genau das, was Körper und Kopf brauchen, um widerstandsfähiger zurückzukommen. Vorbeugende Maßnahmen:
- Sorge für Abwechslung. Wechsle zwischen verschiedenen Arten von Ausfahrten – Spaßfahrten, Technikübungen, sozialen Gruppenausfahrten –, damit sich das Training frisch anfühlt.
- Halte die Kommunikation offen. Frage dein Kind regelmäßig, ob es Freude am Training hat und welche Aspekte es herausfordernd findet. Passe bei Bedarf etwas an.
Praktischer Tipp Baue „Erholungswochen“ ein, in denen der Fokus auf entspannten Ausfahrten, dem Genießen der Natur oder spielerischen Technikübungen liegt statt auf intensivem Training.